02.10.2006
Festveranstaltung 50 Jahre Fördertechnik mit
Neubildung des "Institutes für Logistik und Materialflusstechnik (ILM)" an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und Absolvententreffen

Im Rahmen eines Festkolloquiums wurde das Jubiläum 50 Jahre Fördertechnikausbildung in Magdeburg begangen. Gleichzeitig wurde das IFSL in ILM - Institut für Logistik und Materialflusstechnik umbenannt und ein Absolvententreffen veranstaltet. Veranstalter waren das IFSL (neu ILM) und der Absolventenverein WLO Alumni e.V.

50 Jahre Fördertechnikausbildung in Magdeburg und die Umbenennung des bisherigen Universitätsinstituts in Institut für Logistik und Materialflusstechnik bildeten gemeinsam den Anlass für ein Festkolloquium. Rund 200 Absolventen und Freunde der Universität trafen sich am 2. Oktober 2006 zu der Festveranstaltung an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Bei der Begrüßung konstatierte Prof. Dr. Michael Schenk: »Magdeburg blickt auf eine große Tradition in der Fördertechnik-Ausbildung zurück und stellt sich mit der inhaltlichen Orientierung hin zur Logistik und Materialflusstechnik neu auf, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern«. Prof. Dr. Karl-Heinrich Grote, Dekan der Fakultät für Maschinenbau unterstrich, dass diese Umbenennung des Instituts Ausdruck einer zielorientierten Neuausrichtung innerhalb der Fakultät für Maschinenbau und der Zusammenarbeit mit den wissenschaftlichen Kooperationspartnern sei.
1956 begannen die Institute für Fördertechnik und für Stahlbau der damaligen Hochschule für Schwermaschinenbau in Magdeburg mit der Ausbildung auf den Gebieten Fördertechnik und Stahlbau. Mehrere Generationen von Professoren, wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Mitarbeitern wirkten seitdem bei der Ausbildung von fast 2000 Absolventen und über 100 Doktoranden mit und forschten vornehmlich für die Fördertechnikindustrie und andere Wirtschaftszweige. Die Begründer dieser Fachrichtung, Prof. Dr. Friedrich Kurth und Prof. Dr. Jiri Pajer, haben 1956 mit den Vorlesungen »Stahlbau der Fördertechnik« und »Grundlagen der Fördertechnik« erstmalige eine Kombination von Fachvorlesungen im Maschinenbau angeboten. Sie entsprach dem Bedarf in der Ingenieurausbildung speziell auch auf dem Gebiet der Tagebaugeräte und -anlagen der damaligen DDR. Viele der zahlreichen Absolventen haben leitende Positionen in Betrieben und Forschungsinstituten übernommen oder sind Hochschulprofessoren und auch Nachfolger der ersten Ordinarien geworden. Schon Ende der 1960er Jahre wurde neben den Vertiefungsrichtungen »Fördertechnik-Maschinenbau« und „Fördertechnik-Stahlbau“ die neue Richtung »Fördersysteme« entwickelt. Sie war maßgeblich beteiligt an der Wissensbildung für das neue Forschungsgebiet der TUL(Transport, Umschlag, Lagerung)-Prozesse, das über die Konstruktion von Maschinen hinaus bis zur Planung und Anwendung von komplexen Förderanlagen und -systemen reicht.
Die daraus hervorgegangenen Lehr- und Forschungsbereiche Logistik und Materialflusstechnik sind durch die Integration der Automatisierung und Anlagenplanung für die Zukunft Profil bestimmend. Dafür steht auch der neue Name des Instituts für Logistik und Materialflusstechnik. Die inhaltliche und fachliche Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und automatisierung IFF in Magdeburg wird die universitäre Ausbildung auch auf dem Gebiet der technischen Logistik weiter voranbringen. Aufbauend auf den bisherigen Forschungs- und Lehrtätigkeiten wird in Zukunft verstärkt die Modellierung und die Simulation von logistischen Systemen, der Einsatz neuer Identifikations- und Informationstechnologien wie beispielsweise RFID, und die Entwicklung intelligenter logistischer Objekte und dezentral gesteuerter logistischer Systeme vorangetrieben werden. Prof. Schenk, Leiter des Fraunhofer-Institutes für Fabrikbetrieb und automatisierung IFF, leitet seit dem 1. Oktober 2006 zusätzlich das neu gebildete Institut für Logistik und Materialflusstechnik.
Absolventen und befreundete Logistiker aus ganz Deutschland und vielen Partnerländern waren in Magdeburg zusammengekommen, um auf die 50 Jahre Fördertechnik-Ausbildung in Magdeburg zurückzublicken und bei dieser Gelegenheit auch die Neubildung des Institutes für Logistik und Materialflusstechnik zu feiern. Die Gäste kamen aus mehr als zehn Ländern, u.a. aus Kuba, Kenia, Russland, Ukraine, China und Japan und unterstrichen eindrucksvoll die gute Reputation der Magdeburger Universität. Nach einem Kolloquium im Hörsaal 1 der Universität, in dem die Geschichte der Fördertechnikausbildung, aktuelle Trends in der Forschung und der Industrie und die Perspektiven für das neu gegründete Institut dargestellt wurden, strömten die Gäste in die Festung Mark, um im historischen Ambiente weiter zu diskutieren, gemeinsame Erinnerungen aufleben zu lassen und neue Kontakte für die Zukunft zu knüpfen.

            

 

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